Tanz-Uraufführung
paradies fluten
Thomas Köck/Mauro de Candia

verirrte sinfonie
Choreografie nach dem gleichnamigen Stück von Thomas Köck
Auftragswerk des Theaters Osnabrück

Die personifizierte Materialflut zieht vorbei, verwoben zur vielstimmigen, nachdenklichen, schwarzhumorigen Sprachpartitur paradies fluten, die als Koproduktion der Sparten Tanz und Schauspiel die 6. Spieltriebe eröffnet.
Manaus, Brasilien, 1890: Der Kautschuk boomt, ein Opernhaus muss her, die Gummibarone jubeln, am Horizont winkt der künftige globale Bedarf nach Eisenerzen. „European Homecare“, 2017: Eine junge Tänzerin verkauft das Haus ihrer pflegebedürftigen Eltern zum Preis finanzieller Sicherheit für die nächsten sieben Jahre. Aus den Materialfluten speisen sich zwei Erzählstränge, die die Verflechtungen globalisierter Lebenswirklichkeiten über die Zeiten hinweg zum Tanzen bringen.
Nach jenseits von fukuyama ist paradies fluten das zweite Stück von Thomas Köck, das am Theater Osnabrück uraufgeführt wird. Im April 2015 wurde es beim Heidelberger Stückemarkt im Autorenwettbewerb vorgestellt.
Der Stücktext paradies fluten (verirrte sinfonie) wird in der genreübergreifenden Tanz-Uraufführung von Mauro de Candia mit Einverständnis des Autors nur auszugsweise verwendet.

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Uraufführung
Exit_us
Projektjugendclub Spieltriebe

„Weh, weh, die große Stadt Babylon, die starke Stadt! In einer Stunde ist ihr Gericht gekommen, in einer Stunde ist verwüstet solcher Reichtum.“ (Offenbarung 18,10 und 18,17)
Wie sieht die Apokalypse aus? Was löst sie aus? Wer überlebt sie? Was wollen wir bewahren und was neu denken? Kann der Weltuntergang sogar eine Chance sein?
In der Regie der Theaterpädagogen Dietz von Czettritz und Julian Neumayr entsteht ein Ensemble aus Osnabrücker Amateurtheatergruppen. Gemeinsam entwickelt das Team einen Abend, der den Untergang der (über)technisierten Welt beleuchtet – und das, was danach kommen könnte.

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Deutschsprachige Erstaufführung
was wir wissen
Pamela Carter

Jo und Lucy kochen ein italienisches Essen. Sie sind ein liebevolles Paar, ein zärtliches Gespräch begleitet die Alltäglichkeit der Szene. Unter der harmonischen Oberfläche schlummert jedoch etwas Unsagbares. Jo versucht in Worte zu fassen, was ihm durch den Kopf geht. Plötzlich ist Jo weg, mitten beim Kochen steht Lucy allein in ihrer Küche. Und ein Teenager steht im Raum, den Lucy nicht kennt. Bis er verschwindet. Und dann kommen Freunde zu Besuch. Lucys Welt ist eine andere, von einer Sekunde zur nächsten. Es ist eine leise Apokalypse, die sich hier vollzieht.
Pamela Carter hat einen Text geschrieben, der sich unserer Angst vor dem Tod annähert und dem Verlust der Worte.

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2. Preisträger des 1. Osnabrücker Dramatikerpreises
Archiv der Erschöpfung
Sascha Hargesheimer

Eine Familie beim Abendessen. Oma kommt dazu, sie hat Panik, ein Tier überfahren zu haben oder etwas noch Schlimmeres. Doch Entwarnung: Die Fahrbahn ist aufgebrochen, weiter nichts. Ein Bürgermeister erschrickt vor einem fatalen Gutachten über seine Stadt. Ein Junge steht auf der Seite von Neonazis und gerät in eine Schlägerei. Bruchstücke einer buchstäblich untergehenden Welt.
Sascha Hargesheimers brisantes Stück nimmt ein tatsachliches Ereignis zum Anlass, eine Geschichte von und über uns, die wir die Gegenwart aus den Augen verlieren, zu schreiben. Die kleine Stadt Staufen im Breisgau droht nach Erdwärmebohrungen tief unter ihren Mauern langsam auseinander zu brechen.

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Uraufführung
DAS APOKALYPTISCHE ICH
Regina Litvinova, Valentin Schaff, Friedrich Stockmeier, Martin Stötzer

Vier apokalyptische Visionen in verschiedener Gestalt: Die Suche eines Sohnes nach dem Sinn des Daseins führt ihn zur Entdeckung neuer Dimensionen, doch auch zur Entfremdung von seiner eigenen, Max Frischs Fragenbogen enthüllt die Suche nach dem Ich in Abgrenzung zu anderen. Mit Die Acht Todsünden warnte 1970 der Verhaltensforscher Konrad Lorenz vor den Folgen der Enthumanisierung und Zerstörung des natürlichen Lebensraumes. In der Nüchternheit, mit der sich zwei Männer in ihrer vermüllten und sterbenden Welt eingerichtet haben, während die letzten sich im Einklang mit der Natur wähnenden Menschen in der Enthüllung ihrer Illusion verzweifelnd untergehen, offenbart sich die mögliche Zukunft.

Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

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Deutschsprachige Erstaufführung
DER FINSTERE PLAN DER VINTILA RADULEZCU
Martín Zapata

Deutsch von Johannes Schrettle

Ein stiller Ort der Zeitlosigkeit. Ein Platz beginnender Menschheit. Diverse Drogen. Es begegnen sich: eine Frau, ein Mann. Schicht um Schicht decken die eloquenten, verführerischen Figuren die Geheimnisse ihres Gegenübers auf. Im rauschhaften Enthüllungswettlauf versuchen sie, ihren scheinbaren Vorsprung zu wahren und merken dabei kaum, wie sie die Kontrolle verlieren und ihrem Untergang entgegensteuern.
In einem absurd-komischen Kammerspiel webt Martín Zapata ein Bild menschlicher Intelligenz, die sich selbst überholt, und erklärt ganz nebenbei, warum die Welt wirklich untergehen wird.

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Musical nach den Alice-Romanen von Lewis Carroll
Alice im Wunderland
Thomas Zaufke und Henry Mason

Alice lebt in einer Welt voller Regeln und Pflichten. Warum nur muss man sich überall benehmen und zusammenreißen? In Alices Traumwelt sollte es sowas gar nicht geben. Schneller als es ihm lieb ist, purzelt das Mädchen mit dem weißen Kaninchen mitten ins Wunderland. Hier findet es eine umgekehrte Ordnung vor, die es bald frustriert. Alice beginnt, nach einer Balance zwischen den Werten beider Welten zu suchen …
In der Musicaladaption von Lewis Carrolls weltberühmten Romanen Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln, die 2012 in Wien uraufgeführt wurde, feiern Thomas Zaufke und Henry Mason ein Fest des Absurden, das für Spieltriebe als schräg-apokalyptische Farce in der Hoppla Spielarena neu inszeniert wird.

Kooperation mit dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück.

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Uraufführung
Dschihad Express
Pascal Wieandt

Der Dschihad-Express heißt Sie willkommen! Legen Sie Ihre Jacken ab, Ihre neoliberalen Sorgen, die Ambivalenz Ihrer Freiheit! Legen Sie die Füße hoch, das Abenteuer beginnt! Jetzt: Musik! Im Verlauf der Reise erhalten Sie Ihre Ausrüstung: Gewehre, iPads, Chips, Girls und Ideologie-Kreuzworträtsel für alle. Der Express hebt ab! Schön, dass Sie sich entschieden haben, mit dem Dschihad-Express Leben und Tod einem greifbaren Ziel zu widmen: Gott! Der Express wünscht eine gute Reise, voller Sinn!
Pascal Wieandt spürt mit seiner Lecture Performance theatral der Radikalisierung von Jugendlichen unserer Zeit nach.

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Uraufführung
WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER
Marie Senf, Anna Werner

Eine performative Spontanremission

Schon Jesus machte Lahme wieder gehen – und keiner wusste wie. Das Unmögliche geschah und geschieht noch heute – Tumore verschwinden, verkrümmte Wirbelsäulen werden gerade, und kein Arzt hat eine Erklärung. Man nennt es Spontanremission. Andere, zum Beispiel Prinz Charles, nennen es „Spiritual Healing“. Wenn das tatsächlich funktioniert – was könnte man damit noch alles heilen? Die FDP? Pegida-Anhänger? Alzheimer? Können wir am Ende sogar dem Tod und der Realität die Stirn bieten? Die Dodos wiederauferstehen lassen? Das wäre doch mal was!
Ein Projekt über das Denken des Unmöglichen und die Heilung von allem und jedem.

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Uraufführung
ICH AUS ANGST oder DIE LIEBE IN ZEITEN ÖKONOMISCHER FREMDBESTIMMUNG
Drei Musiktheater-Kompositionen von Qiuyue Jin, Christopher Scheuer, Alfredo de Vecchis

Ein chinesisches Märchen erzählt von einem Mann, der fern von seiner geliebten Frau seiner Arbeit nachgehen muss – eine Parabel für die moderne Paarbeziehung, die durch den Beruf der ständigen Trennung, dem Gefühl von Fremdsein ausgesetzt ist und die Liebe in Sehnsucht erstarren lässt. Ein Mann und eine Frau erwarten in einem Hotelzimmer den nahen Tod, ihre Existenz liegt schon längst nicht mehr in ihren Händen, es sind Maschinen, die in dieser Science-Fiction-Vision die Macht und die Entscheidung über die Auslöschung der Menschheit übernommen haben. Eine Beziehung zerbricht an unterschiedlichen Lebensentwürfen und stellt sich und dem Zuschauer in einer quälenden Auseinandersetzung die Frage: Wie stark beeinflusst und bestimmt das ökonomische Denken unser privates Handeln und Tun?

Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.

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Uraufführung
VOM FISCHER UND SEINER FRAU 8+
nach den Gebrüdern Grimm

Direkt am Meer leben der Fischer und seine Frau. Als er eines Tages einen großen Butt fängt, der wortreich um sein Leben bittet, beschließt der Fischer, ihm die Freiheit zu schenken. Doch sogleich wittert die Fischersfrau ihre Chance, durch einen freien Wunsch im Gegenzug dem tristen Dasein zu entkommen. So zaubert der Butt dem Paar eine gemütliche Hütte und das Leben scheint perfekt. Aber Ilsebill bleibt unzufrieden und stellt ihr Glück auf eine harte Probe …
Das Märchen thematisiert eine Welt, in der das Wünschen noch geholfen hat – doch wann schlägt der Wunsch nach Veränderung in pure Gier um? Verhandelt wird die Paradoxie wunschlosen Glücks als Parabel über die Maßlosigkeit.

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Uraufführung
The Trip
Anis Hamdoun

Ramie ist in Sicherheit und genau das ist sein Problem. In Syrien, seiner Heimat, hat er alles verloren, was ihm wichtig war – vor allem seine Freunde, die ihr absoluter Wille zur Freiheit das Leben kostete. Doch ihre Stimmen verstummen nicht. In Ramies Gedanken werden sie laut und erzählen ihre Geschichten. Schließlich muss sich Ramie entscheiden, wer in seinem Kopf das letzte Wort hat …
Aus dem Arabischen Frühling hat sich der Konflikt in Syrien zu einem brutalen Bürgerkrieg entwickelt. The Trip fragt nach dem Preis, den das Überleben kostet, und formuliert gleichzeitig eine poetische Anklage gegen den blinden Totalitarismus des Assad-Regimes. Das Stück erzählt das Neu-Anfangen in seiner ganzen Ambivalenz und als Geschichte, die den Blick zurück nicht kennt.

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Uraufführung
EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH
Jonathan Safran Foer

Oskars Welt ist aus den Fugen geraten: Sein Vater kommt auf tragische Weise bei den Anschlägen auf das World Trade Center ums Leben und seine Mutter verschließt sich in ihrer Trauer vor der Realität. Doch Oskar lasst sich nicht unterkriegen: Er hat im Nachlass seines Vaters einen alten Schlüssel gefunden und setzt nun alles daran, sein Geheimnis zu lüften. Eine aufregende Reise quer durch New York beginnt.
Jonathan Safran Foer entfaltet über die subjektive Sicht seines Protagonisten eine ganze Gesellschaftsstudie. Neugierde, Ideenreichtum und jede Menge schicksalsträchtige Begegnungen gestalten die komplexe Sinnsuche und beschreiben einmal mehr den Weg als Ziel.

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